Journalisten sind dreist und unmoralisch
Journies recherchieren schlecht, sie schreiben Lügengeschichten, sind aufdringlich und etwa gleich glaubwürdig wie Politiker und Autohändler. Diesem miesen Image von Journalisten ist das NDR-Fernsehen nachgegangen und hat Lesende sowie Fachleute interviewt.
Zum wachsenden Trend beispielsweise, berühmte Journalisten für Werbespots zu verpflichten, meint Thomas Leif vom netzwerk recherche:
"Wenn führende Talkmaster oder Showtalente oder Moderatoren zuerst in journalistischen Sendungen auftauchen und anschließend im Werbeblock, dann muss man sich ja verschaukelt fühlen. Das ist ungefähr so, wie wenn ein bischöfliches Ordinariat ein Bordell betreiben würde."
Und zum Relevanzverfall bei Lokalmedien bringt Leif auf den Punkt:
"... es gibt sozusagen so etwas wie eine örtliche Betäubung. Dass sehr viele Lokaljournalisten selbst zur politischen Klasse, der jeweiligen Region gehören,
und im Grunde am Tropf der Verwaltungsspitze oder der wichtigen Leute einer Stadt oder Region hängen."
Natürlich ist auch der wachsende Anteil an versteckter Werbung und PR in journalistischen Produkten ein Thema. Auch, aber nicht nur, im Reisejournalismus. Eine Vertrauens-Vernichtungsmaschine nennt Leif diesen Trend. PR-Berater Klaus Kocks hat die Erklärung dazu:
"Es hat eine Aufholjagd stattgefunden. Die PR-Leute sind inzwischen mindestens so gut wie die Journalisten. Und den Journalisten wird über ihre Arbeitsbedingungen nicht mehr erlaubt, so gut zu sein, wie sie mal waren."
Wie wahr. Und wie gut passt dazu dieser Artikel hier: Online-Recherche: Qualitätssteigerung notwendig
Prädikat sehenswert, der Beitrag vom NDR: Video hier
Übrigens geht der Blog mit PEP mit diesem Beitrag in die Sommerpause. Ab August kehrt wieder Leben hierhin zurück. Und apropos Leben: Am 25. Juli lebt diese Präsenz bereits zwei Jahre. Mal mehr, mal weniger gesprächig, wies auch im normalen Leben ist ;-)
Ich wünsche euch allen eine gute Zeit und viele herrliche Sommertage unter freiem Himmel!




2 Kommentare:
Grüss Gott zusammen,
ich bin ein Österreichischer Freier und recherchiere gegenwärtig (jaja, es IST brotlos...) zum Thema Meinl. Ich gehe jetzt mal ganz ungeniert davon aus, dass Euer Blog aus dem Kanton Graubünden heraus bestellt ist - zumindest sagt mir dies das Google-Orakel....
Ich hab nämlich eine konkrete Frage: In der Causa Meinl sind ja inzwischen diverse Leute eingeklagt worden, neu soll deshalb Euer Mitbündner Karl Heiz neu in den Aufsichtsrat einer Meinl-Firma gewählt werden. Die Rede geht nun innerhalb der Journaille, dass dieser Mann - kaum, dass er gewählt sein wird - auf Jersey eingeklagt und verhaftet werden soll. Deshalb stellt sich natürlich männiglich die Frage, ob hier nähere Tatsachen über diesen wackeren Mann bekannt sind. Denn angeblich soll er sich schon seit Jahren mit Meinl, dem Julius, bestens akkomodiert haben. Für Informationen bin ich selbstverständlich immer dankbar....
Paul
tintenfluss@hushmail.com
Guten Tag Paul
Bitte verzeih die späte Antwort, ich war in den Ferien. Ich hab Deine Frage an meine Kollegen bei den Bündner Zeitungen weiter geleitet. Falls die was dazu wissen, mailen sie mit Dir direkt.
Liebe Grüsse, Daniela
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