Wenn ein Wissendossier zu diesem Thema erstellt wird, dürfen Beiträge von und mit PEP natürlich nicht fehlen.
Zum heutigen Start des Blog-Karnevals deshalb hier PEPs Beitrag:
Medienarbeit als Erfolgsfaktor
Stellen Sie sich vor, im «Tages-Anzeiger» erscheint ein Artikel über Wohnen im Alter und die Journalistin empfiehlt im Text Ihre Firma als Vermittlungsdienstleister. Oder die Regionalzeitung ruft eine neue Ratgeberrubrik ins Leben und Sie können Monat für Monat Ihr Fachwissen als Mentaltrainer weitergeben.
Es braucht entgegen der landläufigen Meinung keine engen Redaktionskontakte, um erfolgreich eine positive Medienpräsenz aufzubauen. Förderlich hingegen sind das Wissen um die Eigenheiten der Medienbranche und ein darauf abgestimmter Aktionsplan. Wer seine Medienarbeit richtig aufgleist, dem eröffnet sich eine neue Kommunikations-Welt mit eigenen Spielregeln. Hier steht nicht Firmenwerbung im Vordergrund, sondern die Dienstleistung gegenüber Redaktionsschaffenden und der Leserschaft. Trotzdem – oder gerade deswegen – ist der Werbeeffekt von gelungener Medienarbeit mittelfristig besser als derjenige von klassischen Werbeformen. Berücksichtigt man dabei noch das Kosten-/Nutzen-Verhältnis sowie die allgemeine Imageaufbesserung, so fällt die Bilanz noch besser aus.
Die spinnen, die Medien?
Der Umgang mit Redaktionsschaffenden kann medienunerfahrene Zeitgenossen ganz schön fordern. Anliegen wie die Lieferung eines Firmenporträts innerhalb weniger Stunden oder die sofortige Vermittlung eines autorisierten Interviewpartners für den Radiobeitrag festigen bei vielen die bereits vorgefasste Meinung, dass Medienschaffende spinnen. Doch was für unser eigenes Empfinden eine unerhörte Frechheit oder gar eine Unverschämtheit ist, ist für Medienschaffende Alltag. Die Uhren ticken in den Redaktionen einfach anders als in Unternehmen.
Die Zeit läuft für Redaktionsschaffende schneller und hektischer. Nur wer als erste Zeitung die Schlagzeile druckt, hat ausreichend Leseraufmerksamkeit. Die Zeitung mit den meisten Expertenstimmen zu einem brandaktuellen Thema schneidet besser ab. Und wenn einer Lokalzeitung eine Geschichte platzt, brauchts innert kürzester Zeit Ersatz. Schliesslich kann die Zeitung nicht mit weissen Flecken herausgegeben werden. Eilige Medienanfragen sind also an der Tagesordnung. Und wer als Unternehmer nicht rechtzeitig reagieren kann, verschenkt eine Chance zur positiven Medienpräsenz.
Solide Vorbereitung statt Feuerwehraktionen
Niemand verlangt von Unternehmen, dass sie zaubern können. Es ist und bleibt in den meisten Fällen unmöglich, einen (brauchbaren) Text innert weniger Stunden zu erarbeiten. Das passende Rezept heisst Vorbereitung. Ein nach journalistischen Regeln erstelltes Firmenporträt, Kenndaten und Hintergrundinformationen zur Unternehmung und zu den Produkten, sowie Kontaktdaten und Erreichbarkeit der zuständigen Auskunftsberechtigten lassen sich problemlos in ruhigen Zeiten vorbereiten. Und wer Empfang und Telefonzentrale vorgängig informiert, wer für Medienanfragen zuständig ist, punktet bereits vom allerersten Kontakt an.
Diese Informationen über Ihr Unternehmen sollten Sie für die Medien bereitstellen:
- Korrekter Name und Kürzestbeschrieb der Unternehmung
- Details zur Unternehmung mit Name und Bild des Geschäftsführers, Standorte, Umsatz und Mitarbeiter, Projekte und Produkte
- Firmenporträt, evtl. auch eine etwas spezielle Hintergrundgeschichte
- Liste der Auskunftspersonen inkl. Erreichbarkeit
- Geeignetes Bildmaterial
Bezüglich Textqualität gilt es zu beachten, dass journalistische Texte gänzlich anderen Regeln unterliegen als beispielsweise Broschüren oder Werbetexte. Es lohnt sich auf jeden Fall, mit der Erstellung der Texte jemanden zu beauftragen, der oder die eine ausreichende journalistisch Erfahrung aufweist. Mit mediengerecht verfassten Texten sprechen Firmen die Sprache der Redaktionsschaffenden und signalisieren ihr Verständnis und ihren Respekt für die Medienbranche. Und das ist schlussendlich die Basis für eine langfristige und positive Zusammenarbeit mit den Medien.
Lokale, regionale oder nationale Medienpräsenz?
Den ersten Fehler machen viele Unternehmer, wenn sie sich von Anfang an ausschliesslich auf nationale Medien konzentrieren. Klar tut ein (positiver) Artikel in einer grossen nationalen Tageszeitung einer Firma gut. Doch sollte man keinesfalls die regionalen Medien unterschätzen. Erstens werden sie meist stärker beachtet und intensiver gelesen, weil der Zeitungsinhalt die eigene Nachbarschaft betrifft, einem also näher geht. Und zweitens ist es in den regionalen Medien eher möglich, regelmässig präsent zu sein, was den positiven Effekt der Medienarbeit verstärkt.
Am sinnvollsten ist es, themenbezogene Aktionspläne für die verschiedenen Medien zu entwerfen. Mit Themen von nationaler Bedeutung gelangt man an die grossen Zeitungen, mit regionalen Themen an die Tageszeitung vor der Haustür und mit Fachspezifischem an die Branchenpresse. Um herauszufinden, welche Redaktion sich für welche Themen erwärmen lässt, gibt es einen simplen Trick: Man nimmt die entsprechende Zeitung und liest sie aufmerksam. Dann sucht man in seiner eigenen Firma nach Themen, die denjenigen in der Zeitung entsprechen.
Mögliche Themen für die Medienarbeit
Nationaler Bereich:
- Neuerungen (nur bei revolutionären Neuheiten oder Grossfirmen)
- personeller Aus- und Abbau (nur bei grossen Veränderungen/Firmen)
- Bilanzen (nur bei Grossfirmen)
Regionaler Bereich:
- Neuerungen und Änderungen
- personeller Aus- und Abbau
- Bilanzen
- Firmen- oder Mitarbeiter-Jubiläen
- spezielle Veranstaltungen (auch interne)
- Berufsvorstellungen für die Berufswahl
- besondere Aktionen (Spendenaktionen, ehrenamtliche Arbeitsaktionen
wie Waldputztage) - Hintergrundinformationen aus der Produktion (Reportagen)
Fachbereich:
- Für die Branche relevante Neuerungen und Änderungen
- Hintergrundinformationen aus der Produktion (Reportagen)
- Fachartikel
Regional zur guten Basis
Wer gute, regionale Medienarbeit betreibt, braucht sich nicht zu wundern, wenn seine Mitarbeitenden vermehrt Stolz entwickeln, gerade zu dieser Firma zu gehören. Eine Firma, die in ihrer Region positiv medienpräsent ist, erarbeitet sich in der Bevölkerung Wohlwollen und Respekt. Wenn die Leute wissen, was eine bestimmte Unternehmung herstellt oder vertreibt und wie viel Arbeitsplätze sie der Region bringt, entsteht eine positive Grundeinstellung gegenüber den Anliegen dieser Firma.
Gerade im regionalen Bereich eignen sich auch Veranstaltungen zur Steigerung der Medienpräsenz. Am besten agiert, wer bereits bei der Veranstaltungsplanung den Grad der Medienwirksamkeit berücksichtigt. So sind ungewöhnliche, spezielle Anlässe für Medienschaffende interessanter als solche, die jede zweite Firma durchführt. Arbeitet beispielsweise die ganze Belegschaft einen Tag lang auf Firmenkosten, um den öffentlichen Kinderspielplatz in Stand zu stellen, so löst das bei Redaktionen und Leserschaft grösseres Echo aus als eine Schiffsrundfahrt des Kaders.
Digitale Medienarbeit
Das Internet hat die Arbeitsweise der Medienschaffenden verändert. Heutzutage recherchieren Journalisten fast ausschliesslich übers Internet. Auch Meldungen und Einladungen werden bevorzugt per E-Mail entgegengenommen (siehe Diagramm Zustellung PR-Informationen). Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, müssen Unternehmen ihren Internet-Auftritt anpassen. Ein Button zum Medienbereich bereits auf der Startseite führt Recherchierende ohne Umwege zum Ziel. Im Mediencorner liegen idealerweise alle Texte, welche bereits zur Vorbereitung empfohlen wurden, zum freien Download bereit. Angaben zu den auskunftsberechtigten Kontaktpersonen und deren Erreichbarkeit runden das Angebot ab. Bilder und ein Pressespiegel kann man ebenfalls anbieten, beide werden aber bei Befragungen von Journalisten als eher nebensächlich eingestuft.
Medientexte für mehr Glaubwürdigkeit
Ein korrekt eingerichteter Mediencorner erleichtert Journalisten die Recherche zu bestimmten Themenbereichen. Wer also Links zu weiterführenden Portalen aus seiner Branche anbietet, bedient die Medien zusätzlich. Ein Mediencorner kann aber auch noch andere Effekte erzielen. Wer als potenzieller Kunde im Internet sucht, klickt erfahrungsgemäss auch gern in den Medienbereich hinein. Die darin enthaltenen, journalistisch aufbereiteten Texte vermitteln dem Besuchenden ein kompetentes und glaubwürdiges Bild der Firma.
Ein mediengerechter Text unterliegt ganz speziellen, journalistischen Regeln. Da wir Leser uns seit Jahrzehnten gewöhnt sind, diese Textform vor allem in Zeitungen anzutreffen, stufen wir dessen Glaubwürdigkeit auf den ersten Blick höher ein als bei anderen Texten. Das automatische Hochfahren einer Barriere, wie es beispielsweise ein Werbetext auslösen kann, bleibt aus. Diese Tatsache wird auch vermehrt in der Unternehmenskommunikation genutzt (siehe auch www.verdi.de, Titelthema 06/02/03 „Journalistisch verpackt“).
Doch auch in diesem Bereich ist für den Erfolg vor allem eines notwendig: Das Verständnis und der Respekt für eine offenere, informationsorientiertere Kommunikationsform und das Wissen um die Bedürfnisse der Leserschaft.
Checkliste selber machen: So betreiben Sie erfolgreiche Medienarbeit
- Zeigen Sie Verständnis für die Besonderheiten der Medienbranche und werden Sie zum willkommenen Zulieferer für Medienschaffende.
- Bereiten Sie sich auf Medienkontakte vor, indem Sie Unternehmens-Kenndaten und mediengerechte Texte zum Voraus bereitstellen.
- Regeln Sie, wer in Ihrer Firma themenorientiert Ansprechpartner für die Medien ist. Weisen Sie Ihre administrativen Mitarbeitenden ein, damit sie Medienanfragen umgehend an die richtige Auskunftsperson weiterleiten.
- Lesen Sie Zeitungen zukünftig aufmerksam und finden Sie in Ihrer Firma entsprechend informative Themen.
- Erstellen Sie für die unterschiedlichen Medien verschiedene Aktionspläne und senden Sie an Redaktionsschaffende ausschliesslich für sie interessante Informationen.
- Beziehen Sie auch die Veranstaltungsplanung in Ihre Aktionspläne für die Medienarbeit mit ein.
- Stellen Sie Medientexte sowie die direkten Durchwahlnummern der Ansprechpersonen auf dem Internet zur Verfügung.
- Nutzen Sie Ihre neu gewonnenen Fertigkeiten in mediengerechtem Texten und journalistischer Themenplanung auch für andere Bereiche Ihrer Firmenkommunikation.
- Bleiben Sie am Ball, aktualisieren Sie Ihre Medientexte laufend, seien Sie gegenüber Medienschaffenden immer höflich und reagieren Sie prompt und professionell auf Anfragen.
- Geniessen Sie Ihren Erfolg
Noch mehr Tipps und Tricks:
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Weiterführende Links
Studien:
- Die Studie „Mittelstandskommunikation 2005“ zeigt, wie der deutsche Mittelstand kommunikativ im Aufbruch ist. Downloadbar unter www.comx-forschung.de
- Stamm-Studie „PM2006“, die Journalisten-Umfrage über die Verwendung von und Erwartungen an Pressemitteilungen, www.stamm.de
- Die „IAM/Bernet-Studie Journalisten im Internet 2005“ zeigt, wie Deutschschweizer Medienschaffende das Internet nutzen und wie sie die Inhalte beurteilen, http://www.iam.zhwin.ch/
Trendumfrage der Münchner PR-Agentur Maisberger Whiteoaks zum Rechercheverhalten von Redakteuren, www.maisberger.com
Wissensportale:
Kostenloses PR-Know-how: http://www.public-relations-experts.de/, http://www.praesenz-effizienz.ch/ (Downloadbereich)
Kostenloses CP-Know-how: http://www.cp-wissen.de/, http://www.deutschepost.de/, http://www.forum-corporate-publishing.de/, www.cp-monitor.de
Zum Business-Blog-Karneval:
Der 2. Business-Blog-Karneval im deutschsprachigem Raum widmet sich dem Thema »Erfolgreiche PR & Medienarbeit«. Er sammelt Ideen, Artikel, Links & vielfältige Anregungen zur erfolgreichen PR & Medienarbeit für den PR-Alltag von Einzelpersonen, Freiberufler & Unternehmen. Sämtliche Beiträge werden nach Karnevals-Ende in einem eBook zusammengefasst und kostenlos zur Verfügung gestellt.